![]() |
Angola»Karte »Staat und Verwaltung »Wirtschaft »Chronologie »Links |
![]() |
| Offizielle Bezeichnung | portugiesisch: Republica de Angola; deutsch: Republik Angola (bis 1992 Volksrepublik Angola) |
| Unabhängigkeit | 11. November 1975 (von Portugal) |
| Fläche | 1.246.700 qkm |
| Landesnatur | Küstenebene steigt abrupt zu zentralem Hochland an; semiarides Klima im Süden und an der Küste von Luanda, im Norden kühle, trockene Winter (Mai bis Oktober) und heiße, feuchte Sommer (November bis April) |
| Höchste Erhebung | Morro de Moco (2.620 m) |
| Küste | 1.600 km, exklusive Wirtschaftszone 200 nautische Meilen |
| Umweltprobleme | Überweidung, Entwaldung (Brennholz und Edelholzeinschlag), Kriegsfolgen |
| Einwohnerzahl | 10.593.171 (Juli 2002 geschätzt) |
| Bevölkerungsdichte | 8,5 Einwohner pro qkm Landesfläche |
| Hauptstadt | Luanda |
| Landessprachen | Portugiesisch (Amtssprache), Ovimbundu (37%), Kimbundu (5%), Bakongo (3%) u.a. |
| Religionen | Indigene Religionen (47%), Katholiken (38%), Protestanten (15%) |
| Staatsform | Republik; nominell Mehrparteiendemokratie mit starkem Präsidialsystem |
| Wahlrecht | wahlberechtigt sind alle Bürger ab 18 Jahren; vorgesehen alle vier Jahre; Verhältniswahlrecht |
| Exekutive | Staatspräsident und Regierungschef: Jose Eduardo dos Santos (seit 1979); beruft Minister |
| Legislative | Einkammernparlament mit 220 Sitzen |
| Parteien | Movimento Popular de Libertacao de Angola (MPLA; Regierungspartei); Partido Liberal Democratico (PLD); Partido de Renovacao Social (PRS); Uniao Nacional para a Independencia Total de Angola; UNITA) u.a. |
| Rechtssystem | Portugiesisches Zivilrecht, traditionelles Recht |
| Justiz | Oberstes Gericht (Tribunal de Relacao) wird vom Präsidenten berufen |
| Verwaltungsgliederung | 18 Provinzen: Bengo, Benguela, Bie, Cabinda, Cuando Cubango, Cuanza Sul, Cunene, Huambo, Huila, Luanda, Lunda Norte, Lunda Sul, Malanje, Moxico, Namibe, Uige, Zaire |
| Internationale Mitgliedschaften | Vereinte Nationen und Unterorganisationen; Afrikanische Union (AU); Entwicklungsgemeinschaft SADC; Handelsgemeinschaft COMESA; Afrika-Karibik-Pazifik-Staaten (AKP); Welthandelsorganisation (WTO); Internationaler Währungsfond (IMF) und Weltbank |
| Internationale Länderkategorien | LDC - Status (7 der 14 SADC-Staaten gelten nach UN-Bestimmungen als Least Developed Countries - "am wenigsten entwickelte Länder" - und bekommen besondere Mittelzuwendungen) |
| Währung | 1 Kwanza (AOA) = 100 Iweis |
| Wechselkurs | 1 US$ = 33,8 Kwanza (Januar 2003) |
Export / Importgüter |
|
| - Wichtige Exportgüter | Rohöl (90%), Diamanten, Ölprodukte, Gas, Kaffee, Sisal, Fisch, Holz, Baumwolle |
| - Wichtige Importgüter | Maschinen und Ausrüstung, Fahrzeuge, Medizin, Lebensmittel |
Wichtige Handelspartner |
|
| - Export | USA (44,5%), China (22,7%), EU (17,3%), Südkorea (8,1%) |
| - Import | EU (47.4%), Südkorea (16%), Südafrika (15,9%), USA (11,3%), Brasilien (5,5%) |
Infrastruktur |
|
| - Eisenbahn | 2.771 km (wegen Minen und Kriegsschäden überwiegend nicht befahrbar) |
| - Straßen | 76.626 km (davon 19.156 geteert) |
| - Flugplätze | 244 (davon 32 mit befestigten Start- und Landebahnen) |
| - Häfen | Luanda, Lobito, Cabinda |
Weitere wirtschaftliche Indikatoren siehe Ländervergleich
Wirtschaft
Soziale Indikatoren siehe Ländervergleich Soziales
| Vor- und Frühgeschichte | |
| ca. 20.000 v. Chr. | Die Funde von Steinwerkzeugen im Nordosten und Süden des heutigen Angola weisen auf die frühe Existenz paläolithischer San-Gruppen (Buschleute) hin. In den ariden Zonen im Gebiet von Namibe wurden beachtliche Felszeichnungen entdeckt. Die San lebten vorwiegend von der Jagd. |
| um 500 n. Chr. | Bantuvölker wandern in das Gebiet des Kongo-Flusses ein. |
| um 1200 | Der Bantustamm der Bakongo breitet sich weiter südlich des Kongo aus. Die Einwanderung ist um 1300 abgeschlossen. |
| 1350 | Es entsteht das mittelalterliche Kongoreich, das verschiedene Provinzen und Vasallenkönigreiche vereinigt. Wirtschaftliche Basis des Zentralstaates bilden Eisenverarbeitung, Landwirtschaft, Handel und ein entwickeltes Handwerk. Weiter südlich bilden sich zur gleichen Zeit weitere kleinere Staatswesen und das Königreich Ndongo. |
| Europäische Landnahme | |
| 1482 | Eine portugiesische Expeditionsflotte kommt erstmals an die Küste Angolas. |
| 1487 | Beginn der Zusammenarbeit zwischen Portugal und dem Kongoreich. |
| 1575 | Gründung von Luanda; Beginn der Kolonisierung Angolas. |
| 1836 | Verbot des jahrhundertealten Sklavenhandels. |
| 1882 | Portugal übernimmt die Kontrolle über die Enklave Cabinda. |
| 1884/5 | Auf der Konferenz in Berlin erkennen die europäischen Großmächte die portugiesische Herrschaft über Angola (einschließlich Cabinda) an. |
| 1924 | Portugal kontrolliert erstmals das gesamte Territorium von Angola. Nach 400 Jahren endet der letzte bewaffnete Widerstand gegen die Kolonialmacht. |
| 1929 | Die afrikanische Nationalliga, eine indirekte Vorläuferin der späteren Befreiungsbewegung MPLA, wird gegründet. |
| 1951 | In Lissabon wird das Centro de Estudos Africanos gegründet, dem die späteren Begründer der Befreiungsbewegung in den portugiesischen Kolonien, Neto (Angola), Cabral (Guinea Bissao) und Mondlane (Mosambik), angehören. |
| 1940-1960 | In den beiden Jahrzehnten entstehen eine Vielzahl von nationalistischen und ethno-nationalistischen politischen und kulturellen Aktivitäten, Organisationen, Gruppierungen und Zirkeln. Sie haben ihren Schwerpunkt in Luanda, Belgisch-Kongo und Portugal. Aus ihnen entwickeln sich: |
| 1956 | die Volksbewegung für die Befreiung Angolas (MPLA) |
| 1957 | die Union der Völker Nordangolas (UPNA) |
| 1958 | die Union der Völker Angolas (UPA) |
| 1959/60 | die Bewegung für die Befreiung Angolas (MLEC, später FLEC) |
| Vom Widerstand zur Unabhängigkeit | |
| 1959/60 | Die Kolonialverwaltung geht mit Verhaftungen gegen die nationalistischen Bewegungen vor. |
| 1960/61 | Im Baumwollanbaugebiet von Cassange rebellieren Landarbeiter. |
| 1961 | Im März bricht in Nordangola ein großer Aufstand aus. In Luanda werden die Gefängnisse gestürmt. |
| 1962 | Holden Roberto gründet die FNLA (Nationale Befreiungsfront Angolas). |
| 1963 | Die FNLA gründet eine Exilregierung (GRAE), die von der OAU anerkannt wird. Außenminister wird Jonas Savimbi, der aber bereits ein Jahr später GRAE und FNLA verlässt. |
| 1966 | Savimbi gründet die UNITA (Union zur vollständigen Befreiung Angolas.) |
| 1964-1966 | Die MPLA eröffnet Fronten in Cabinda, Luanda und im Osten. |
| 1968 | Die Portugiesen antworten mit einer Großoffensive. Bis zur Unabhängigkeit dauern die schweren Kämpfe mit wechselnden Fronten an. |
| 1974 | Im April putschen Offiziere in Portugal gegen die Diktatur. Die Befreiungsbewegungen schließen im Juni und Oktober einen Waffenstillstand mit Portugal und beginnen Verhandlungen über die Unabhängigkeit. |
| 1975 | Im Abkommen von Alvor vom 15. Januar vereinbaren die Befreiungsbewegungen mit Portugal eine gemeinsame Übergangsregierung. Die Unabhängigkeit wird für den 11. November festgesetzt. Im März brechen in Luanda schwere Kämpfe zwischen UNITA und MPLA aus. Die Übergangsregierung wird damit funktionsunfähig. Im August ziehen sich FNLA und UNITA aus Luanda zurück. Ab Mitte Oktober kontrolliert die MPLA zwei Drittel des Landes. Südafrikanische Truppen greifen auf Seiten der UNITA vom Süden aus an. Im Norden starten Truppen aus Zaire eine Offensive. Die MPLA ruft kubanische Truppen zu Hilfe. Die südafrikanischen und zairischen Truppen werden zurückgeschlagen. |
| Unabhängigkeit - Die Volksrepublik Angola | |
| 11. Nov. 1975 | Die MPLA erklärt die Volksrepublik Angola für unabhängig. UNITA und FNLA rufen eine Gegenregierung aus, die international nicht anerkannt wird. |
| In den folgenden anderthalb Jahrzehnten erlebt Angola einen Stellvertreterkrieg, in dem die Regierung aus der Sowjetunion und die UNITA von den USA massive Unterstützung erhalten. Auf Seiten der Regierung kämpfen kubanische Truppen, auf Seiten der UNITA südafrikanische Truppen. Südafrika startet Anfang der 80er Jahre mehrere Großoffensiven und hält den Süden Angolas bis zum 15. Breitengrad unter Kontrolle. | |
| 1988 | Schwere Niederlagen der südafrikanischen Truppen und die Veränderung der politischen Großwetterlage (Ende des West-Ost-Konfliktes) führen im Dezember zum Abkommen von New York. Es bietet erstmals eine fundierte Möglichkeit, aus der Eigengesetzlichkeit des Krieges auszubrechen. Es wird der Abzug der südafrikanischen und kubanischen Truppen aus Angola vereinbart. |
| Die Republik Angola | |
| 1990 | Nach mehreren vergeblichen Anläufen beginnen die internen Konfliktparteien im April neue Friedensgespräche. |
| 1991 | Im Abkommen von Bicesse vereinbaren MPLA-Regierung und UNITA einen Waffenstillstand und die Einführung einer Mehrparteiendemokratie. Die Verfassung wird dementsprechend geändert und der Staat in Republik Angola umbenannt. |
| 1992 | Im September finden Parlaments- und Präsidentenwahlen unter Aufsicht der Vereinten Nationen statt. Der Wahlverlauf findet internationale Anerkennung. Savimbi unterliegt als Präsidentschaftskandidat der UNITA knapp, lässt sich jedoch auf die notwendige Stichwahl nicht mehr ein. Noch in der Wahlnacht brechen die Kämpfe erneut mit unerhörter Gewalt aus. Die Kontrahenten versuchen in den Folgejahren mit militärischen Mitteln die Oberhand zu gewinnen. |
| 1994 | Unter internationalem Druck vereinbaren die Parteien in Lusaka die Demobilisierung und Bildung einer Koalitionsregierung. |
| 1997 | Diese Regierung der Nationalen Einheit (GURN) kommt zustande. Savimbi weigert sich jedoch, seinen Platz in Lusaka einzunehmen, da er um seine Sicherheit fürchtet. |
| 1999 | Der Krieg, aus Öl- (Regierung) und Diamantengeschäften (UNITA) finanziert, geht unvermindert weiter. Die Friedenbemühungen gelten als gescheitert, die letzten Blauhelme ziehen ab. |
| 2002 | Im Februar wird Savimbi im Gefecht getötet. Der militärische Flügel der UNITA gibt auf. Im März kommt es zum Waffenstillstand. Das Lusaka-Abkommen von 1994 wird umgesetzt. Die Demobilisierung beginnt. Die Flüchtlinge und im Lande Vertriebenen kehren zurück. |
| 2003 | Anfang des Jahres wird die Demobilisierung erfolgreich abgeschlossen. Wahlen werden für Ende 2004 geplant. |
| Übersicht |