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| Offizielle Bezeichnung | englisch: Republic of Namibia; deutsch: Republik Namibia |
| Unabhängigkeit | 21. März 1990 (von Südafrika-Mandat) |
| Fläche | 825.418 qkm |
| Landesnatur | überwiegend Hochebene (über 1.000 m), im Westen Namib-Wüste, im Osten Kalahari-Trockensavanne; heißes und trockenes Klima, wenige Regen |
| Höchste Erhebung | Königstein (2.606 m) |
| Küste | 1.572 km; exklusive Wirtschaftzone: 200 nautische Meilen |
| Umweltprobleme | knappe Trinkwasserressourcen, Versteppung durch Überweidung |
| Einwohnerzahl | 1.820.916 (Juli 2002 geschätzt) |
| Bevölkerungsdichte | 2,2 Einwohner pro qkm Landfläche |
| Hauptstadt | Windhoek |
| Landessprachen | Englisch (Amtssprache), Afrikaans (lingua franca), Deutsch (32%), Oshivambo, Herero, Nama |
| Religionen | Christen (80-90%; ca. 50% Lutheraner), indigene Religionen (10-20%) |
| Staatsform | Parlamentarische Demokratie mit Mehrparteiensystem |
| Wahlrecht | allgemeines Wahlrecht ab 18 Jahren; Wahlen finden auf allen Ebenen (Präsident; Nationalparlament; Regionen, Kommunen) alle fünf Jahre statt |
| Exekutive | Staatspräsident: Sam Shafishuna Nujoma (seit 1990); ernennt Premierminister und Minister |
| Legislative | Zweikammernparlament: Nationalversammlung mit 72 Sitzen; Nationalrat (Regionalvertretung) mit 26 Sitzen (zwei pro Region) |
| Parteien | Congress of Democrats (COD); Democratic Turnhalle Alliance (DTA); Monitor Action Group (MAG); South West Africa People's Union (SWAPO; Regierungspartei); United Democratic Front (UDF) |
| Rechtssystem | Grundlage: Römisch-Niederländisches Recht; Verfassung von 1990 |
| Justiz | Supreme Court als oberste Berufungsinstanz; Richter werden auf Empfehlung der Judical Service Commission vom Staatspräsidenten berufen |
| Verwaltungsgliederung | 13 Regionen: Caprivi, Erongo, Hardap, Karas, Khomas, Kunene, Ohangwena, Okavango, Omaheke, Omusati, Oshana, Oshikoto, Otjozondjupa |
| Internationale Mitgliedschaften | Vereinte Nationen und UN-Sonderorganisationen; Afrikanische Union (AU); Entwicklungsgemeinschaft SADC; Handelsgemeinschaft COMESA; Afrika-Karibik-Pazifik-Staaten (AKP); Welthandelsorganisation (WTO); Internationaler Währungsfond (IMF) und Weltbank |
| Internationale Länderkategorien | "quasi" LDC-Status (wird alle drei Jahre überprüft) (7 der 14 SADC-Staaten gelten nach UN-Bestimmungen als Least Developed Countries - "am wenigsten entwickelte Länder". Als "quasi"-Land bekommt Namibia einen Teil der besonderen Mittelzuwendungen für LDC Staaten) |
| Währung | 1 Namibia-Dollar (NAD) = 100 Cents |
| Wechselkurs | 1 US$ = 8,5 N$ (Juni 2003) |
Export / Importgüter |
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| - Wichtige Exportgüter | Diamanten, Metalle, Fleisch, Fisch |
| - Wichtige Importgüter | Lebensmittel, Brennstoffe, Maschinen; Ausrüstung, Chemikalien |
Wichtige Handelspartner |
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| - Export | Großbritannien (43%), Südafrika (26%), EU (20%) |
| - Import | Südafrika (81%), EU (7%), USA (4%) |
Infrastruktur |
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| - Eisenbahn | 2.378 km |
| - Straßen | 64.800 km (davon 5.378 km geteert) |
| - Flugplätze | 21 (davon vier mit großer Landebahn) |
| - Häfen | Lüderitz, Walvis Bay |
Weitere wirtschaftliche Indikatoren siehe Ländervergleich
Wirtschaft
Soziale Indikatoren siehe Ländervergleich Soziales
| Vor- und Frühgeschichte | |
| vor ca. 1-10 Mio. Jahren | In Berg Aukas wurden 1991 die Überreste einer Frühform des Menschen aus dem mittleren Miozän gefunden. Dieser Prähominide erhielt den Namen Otavipithecus Namibiensis. |
| vor 25.000 Jahren | Aber auch der moderne Mensch siedelte früh auf dem Territorium des heutigen
Namibia. Die ältesten Kunstfunde Afrikas wurden in den Hunsbergen beim Fisch-Fluss
entdeckt. Die Bilder zeigen Wild. Wer sie gemalt hat, wie diese Menschen
lebten, wissen wir nicht. Spätere Felsmalereien aus den Jahrhunderten vor unserer Zeitrechnung am Brandberg und anderen Orten stammen wahrscheinlich von Buschleuten. Sie lebten dort vor Jahrtausenden als Jäger und Sammler und förderten und verarbeiteten bereits Metall. |
| In den folgenden Jahrhunderten wandern andere Völker zu: Die Khoi, von den Holländern wegen ihrer ungewohnten, an Klick- und Schnalzlauten reichen Sprache Hottentotten genannt, und Bantuvölker, die vom Norden her einwandern. | |
Ankunft der Europäer |
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| 1486 | Portugiesen sind die ersten Europäer, die auf der Suche eines Seewegs
nach Indien an der namibischen Küste landen. Diego Cao errichtet ein Steinkreuz
bei Kreuzkap. Wenige Jahre später tut Bartolomeo Dias das Gleiche beim heutigen
Lüderitz. Die unwirtliche Namib-Wüste bildet jedoch noch über dreihundert Jahre eine unüberwindbare Barriere zum Hinterland. |
| 1796 bis 1868 | Aus der Kapprovinz Südafrikas fliehen viele Einheimische vor den holländisch-burischen
Kolonisten nach Norden. Es sind Oorlam, Khoi, darunter die berühmten Witboois,
und Mischlinge wie die Baster, die sich in der Gegend von Rehoboth niederlassen
und sich dort in der wechselvollen Geschichte des Landes behaupten. Die Neuankömmlinge sind den Eingesessenen durch Gewehre, Pferde und Ochsengespanne überlegen. Zeitweilig beherrschen sie weite Teile Namibias, bauen Straßen und knüpfen Verbindungen zum Weltmarkt. Es entwickeln sich erste staatliche Strukturen in Namibia. |
| ca. 1840 | Die heutige Hauptstadt Windhoek wird gegründet. Mit den Kap-Auswanderern kommen auch Händler, Missionare und Abenteurer aus Europa nach Namibia. |
Beginn der europäischen Landnahme |
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| 1842 | Die Rheinische Mission lässt sich in Namibia nieder und nimmt rasch entscheidenden Einfluss auf die weitere Entwicklung im Lande. |
| 1878 | Auf den Inseln vor der namibischen Küste wird Guano (Kot von Seevögeln) abgebaut. Walfischfänger nutzen die Walfischbucht als Station. Walvis Bay wird schließlich samt den vorgelagerten Inseln von Großbritannien annektiert. |
| 1884 | Namibia wird formal-juristisch Schutzgebiet des deutschen Kaiserreiches und erhält den Namen Deutsch Südwest-Afrika. Im Jahr zuvor haben die deutschen Kaufleute unter bewusster Ausnutzung der unterschiedlichen Rechtsauffassungen Ländereien in ihren Besitz gebracht. Es kommt in den Folgejahren zu sog. Schutzverträgen mit den lokalen Machthabern, die allerdings zu keinem Zeitpunkt Besitz- und Herrschaftsansprüche des Deutschen Reiches bestätigten. Die endgültigen Grenzen werden in verschiedenen Verträgen ausgehandelt. Dabei wird die Nordgrenze zu Angola in einem Abkommen mit der Kolonialmacht Portugal festgelegt. |
| 1890 | Im Helgoland-Sansibar-Vertrag wird mit Großbritannien der Caprivi-Zipfel, ein schmaler, 450 km langer Landstrich im Nordosten Namibias, im Tausch Helgoland gegen die britischen Ansprüche auf die Insel Sansibar im Indischen Ozean erworben. Er war als erstes Stück einer Landverbindung zwischen den deutschen Kolonien Südwest- und Ostafrika (Tansania) gedacht. Der schmale Landstreifen wird nach dem damaligen Reichskanzler L. von Caprivi benannt. |
| 1893 | Die erst nachträglich erkennbare koloniale Zielsetzung ruft den Widerstand
der ansässigen Völker hervor. So schreibt der Nama Hendrik Witbooi an Hermanuns van Wyk in Rehoboth: "Die Deutschen haben das Land mit Brand überzogen und wollen ganz Namaqualand und Hereroland unterwerfen, weil sie unsere Ländereien haben und uns versklaven wollen. Deshalb, lieber Bruder, lasst uns im Interesse unseres Landes und unserer Nationen gegen die Deutschen aufstehen." Zu einem geschlossenen Widerstand kommt es jedoch nie. |
| 1904 bis 1907 | Der Aufstand der Herero kommt für die Kolonialmacht, die lange das Prinzip "Teile und Herrsche" erfolgreich durchhalten konnte, überraschend. Nach der Niederlage der Herero, deren rücksichtslose Verfolgung durch General Trotha nur als Völkermord bezeichnet werden kann, erheben sich die Nama. Der Guerilla-Krieg im Süden bringt außerordentliche militärische Strategen wie Hendrik Witbooi, Jakob Morenga und Simon Koper hervor. Sie werden sehr verlustreich geschlagen. Die Deutschen können ihre Kolonialherrschaft festigen. |
| 1908 | Östlich von Lüderitzbucht werden Diamanten gefunden. Binnen eines Vierteljahres werden 40.000 Karat im Wert von 1,1 Mio. Reichsmark gefördert. Die bis dahin defizitäre Kolonie wird über Nacht höchst profitabel. |
| 1915 | Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges kapitulieren die deutschen Schutztruppen in Südwest. |
| 1917 | Noch unter der militärischen Übergangsregierung kommt das Oberhaupt der Kwanyama-Ovambo im Norden des Landes, Mandume Ndemufayo, in Konflikt mit den portugiesischen und britisch-südafrikanischen Kolonialherren. Er erkennt die Grenze zwischen Angola und Namibia nicht an, da sie sein Volk trennt. Er kommt bei einem Gefecht mit den Südafrikanern um. |
Die Mandatszeit |
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| 1920 bis 1922 | Der Völkerbund überträgt der britischen Krone die Verantwortung für Namibia. Diese beauftragt Südafrika mit der Verwaltung des Mandats. |
| 1925 | Das Mandat sieht eine schrittweise Überführung Namibias in die Unabhängigkeit vor. Es werden jedoch keine Schritte in diese Richtung unternommen. So kommt es zu Aufständen der Bondelswarts und der Rehobother. |
| 1934 | Entgegen den Bestimmungen des Mandats spricht sich der "weiße Landesrat" für den Anschluss Namibias als fünfte Provinz an Südafrika aus. |
| 1946 | Die Vereinten Nationen übernehmen die Mandatskommission des aufgelösten Völkerbundes. Südafrika weigert sich jedoch, den Treuhandvertrag für Namibia anzuerkennen. |
| 1949 | Stattessen werden nach der Machtübernahme der Nationalpartei in Südafrika 1948 neue politische Strukturen für die weiße Siedlerschaft geschaffen, die eine engere Angliederung an den Apartheidstaat bedeutet. |
| 1954 | Die "Eingeborenenangelegenheiten" werden in die unmittelbare Verantwortlichkeit der südafrikanischen Regierung gestellt. |
Vom Widerstand zur Unabängigkeit |
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| 1959 | Südafrika führt schrittweise die Politik der "getrennten Entwicklung" auch in Namibia ein. Bei der Zwangsauflösung der Alten Werft in Windhoek und der Umsiedlung der Bewohner in das nach Ethnien getrennte Ghetto Katutura kommt es zu einem Blutbad. Das Ereignis löst eine neue Phase des Widerstandes aus. |
| 1960 | Kontraktarbeiter vor allem aus dem Ovamboland gründen die nationale South West African People´s Organisation, Swapo, ursprünglich unter dem Namen Ovamboland People´s Organisation, OPO. Sie ist kurze Zeit Mitglied im Bündnis South West African National Union, Swanu, verlässt das Bündnis jedoch wegen deren unentschiedener Haltung. Meinungsverschiedenheiten gibt es vor allem in der Frage, ob man auch einen bewaffneten Widerstand vorbereiten solle. Die Swanu lehnt eine solche Option ab. |
| 1962 bis 1964 | Südafrika beruft die Odendaal-Kommission ein. Sie soll die Weichen für eine "Bantustanisierung" Namibias stellen, d.h. eine klare Trennung zwischen weißem Territorium und einzelnen Stammesgebieten in eigener Verantwortung. Dieses Programm kommt - anders als in Südafrika - über Ansätze nie hinaus und wird stillschweigend fallen gelassen. |
| 1966 | Die Vereinten Nationen erklären die südafrikanische Mandatsherrschaft
für beendet. Die Swapo nimmt den bewaffneten Kampf auf. Im August kommt es zum ersten Gefecht. |
| 1969 | Mit einer weiteren Reduzierung der Machtbefugnisse der weißen Siedler wird Namibia faktisch fünfte Provinz Südafrikas. |
| 1971 | Der Internationale Gerichtshof in Den Haag bestätigt die Unrechtmäßigkeit der südafrikanischen Okkupation Namibias. Alle Lösungsversuche der Namibiafrage ohne Vermittlung der Vereinten Nationen werden für illegal erklärt. Zwei Jahre später wird die Swapo von den Vereinten Nationen als authentische Vertretung des namibischen Volkes anerkannt. |
| 1977 | Südafrika sucht die Kontrolle zu behalten und betreibt eine interne Lösung unter Ausschluß der Vereinten Nationen. Die Regierung in Pretoria setzt einen Prozess in Gang, dessen Ziel es ist, gemäßigte Kräfte im Lande politisch zu fördern und als zukünftige Regierungsverantwortliche aufzubauen, um dadurch den vom Exil aus operierenden radikalen Befreiungsbewegungen eine Alternative entgegenzusetzen. Die für eine Übergangsregierung durchgeführten Wahlen werden international nicht anerkannt. |
| 1978 | Eine sog. Kontaktgruppe aus fünf westlichen Staaten, darunter der Bundesrepublik
Deutschland, sucht Wege einer internationalen Lösung. Plattform wird die
Resolution 435 der Vereinten Nationen, die Wahlen unter internationaler
Aufsicht vorsieht. Südafrika stimmt der Resolution zu, versteht es jedoch,
sich der Umsetzung zu entziehen. Als wichtigstes Argument führt Südafrika
dabei die kubanische Präsenz in Angola an. Im Mai 1978 überfallen südafrikanische Truppen das namibische Flüchtlingslager Cassinga in Angola. Über 600 Menschen werden getötet. Damit wird eine internationale Lösung für ein Jahrzehnt blockiert. |
| 1989 | Das Ende des West-Ost-Konfliktes und die schweren Niederlagen der südafrikanischen Truppen in Südangola machen den Weg für eine internationale Lösung der Namibiafrage nach der Resolution 435 frei. Am 1. April tritt der Waffenstillstand in Kraft. Bei den Wahlen zur Verfassunggebenden Versammlung im November wird die Swapo die stärkste Kraft. |
Die Unabhängigkeit |
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| 23. März 1990 | Namibia wird offiziell unabhängig. Der Präsident der Verfassunggebenden Versammlung, Sam Nujoma, wird erster Staatspräsident. Die Swapo war mit absoluter Mehrheit in die Verfassunggebende Versammlung gewählt worden und stellt nun als stärkste Partei die Regierung. |
| 1992 | Der Hochsee-Hafen Walvis Bay wird von Südafrika an Namibia übergeben. |
| 1993 | Namibia führt eine eigene Währung ein, den Namibia-Dollar. Er bleibt an den südafrikanischen Rand gekoppelt. |
| 1994 | Bei den Wahlen legt die Swapo zu und gewinnt mehr als zwei Drittel der Mandate. Damit sind Verfassungsänderungen aus eigener Mehrheit möglich. |
| 1998 | Erste Änderungen der Verfassung werden mit Hinblick auf die Begrenzung der Amtszeit des Präsidenten auf zwei Perioden überlegt. Die Verfassung wird schließlich dahingehend ergänzt, dass ausschließlich dem Präsidenten Nujoma eine weitere Kandidatur gestattet wird. Die Ergänzung wird damit begründet, dass Nujoma seine erste Amtszeit auf Beschluss der Verfassunggebenden Versammlung angetreten und sein Amt nicht durch Präsidentschaftswahlen gewonnen hat. |
| 1999 | Bei den Parlaments- und Präsidentschaftswahlen baut die Swapo ihren Vorsprung auf knapp 75% aus. Erstmals hat sich mit dem Congress of Democrats (CoD) eine Oppositionspartei den Wahlen gestellt, die nicht mit dem alten südafrikanischen Regime in Verbindung gebracht werden kann. Ihre Mitglieder rekrutieren sich zu einem erheblichen Teil aus enttäuschten Mitgliedern der Swapo, die sich nicht mit dem zunehmend autoritären Stil der Swapo-Führung abfinden wollen. |
| 2002 | Im Dezember lässt Nujoma bekannt geben, dass er - anders, als er lange angedeutet hatte - die Verfassung respektieren werde und für eine weitere Amtszeit nicht zur Verfügung steht. |
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