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| Offizielle Bezeichnung | englisch: Republic of Zambia; deutsch: Republik Sambia |
| Unabhängigkeit | 24. Oktober 1964 (von Großbritannien) |
| Fläche | 752.614 qkm |
| Landesnatur | Binnenland ohne Küste, Hochplateau mit einigen Hügeln und Bergen; tropisches Klima, Regenzeit von Oktober bis April |
| Höchste Erhebung | unbenannter Ort in Mafinga Bergen (2.301 m) |
| Küste | Binnenland eingeschlossen von Tansania, Malawi, Mosambik, Simbabwe, Botswana, Namibia, Angola, der Demokratischen Republik Kongo |
| Umweltprobleme | Luftverschmutzung und daraus resultierender saurer Regen in Bergbauregionen; Verschmutzung von Wasserreservoirs durch Abwässer; Gefährdung von Nashörnern, Elefanten, Antilopen und großer Katzenvorkommen; Entwaldung; Bodenerosion; Desertifikation; Mangel an sauberem Wasser gefährdet Gesundheit der Bevölkerung |
| Einwohnerzahl | 9.959.037 (Juli 2002 geschätzt) |
| Bevölkerungsdichte | 13,4 Einwohner pro qkm Landfläche |
| Hauptstadt | Lusaka |
| Landessprachen | Amtssprache: Englisch; des weiteren: Bemba, Kaonda, Lozi, Lunda, Luvale, Nyanja, Tonga sowie ca. 70 weitere indigene afrikanische Sprachen |
| Religionen | Christen (50-75%); Muslime und Hindus (24-49%); indigene Religionen (1%) |
| Staatsform | Republik; Präsidiale Demokratie |
| Wahlrecht | wahlberechtigt sind alle Bürger ab 18 Jahren, direkte Wahlen alle fünf Jahre |
| Exekutive | Staats- und Regierungsoberhaupt: Präsident Levy Mwanawasa; Vizepräsident: Enoch Kavindele; Kabinett: vom Präsidenten aus Mitgliedern der Nationalversammlung ernannt |
| Legislative | Einkammernparlament (Nationalversammlung) mit 150 Sitzen |
| Parteien | Agenda for Zambia (AZ); Forum for Democracy and Development (FDD); Heritage Party (HP); Liberal Progressive Front (LPF); Movement for Multiparty Democracy (MMD; Regierungspartei); National Citizens Coalition (NCC), National Leadership for Development (NLD); National Party (NP); Patriotic Front (PF); Social Democratic Party (SDP); United National Independence Party (UNIP); United Party for National Development (UPND); Zambian Republican Party (ZRP) |
| Rechtssystem | auf englischem Recht basierend; Ad hoc-Verfassungsrat |
| Justiz | Supreme Court (Richter vom Präsidenten ernannt); High Court (mit unbegrenzter Rechtssprechung zu Zivil- und Kriminalfällen) |
| Verwaltungsgliederung | neun Provinzen: Zentralprovinz, Copperbelt, Ostprovinz, Luapula, Lusaka, Nordprovinz, Nord-Westprovinz, Südprovinz, Westprovinz |
| Internationale Mitgliedschaften | Vereinte Nationen und Unterorganisationen; Afrikanische Union (AU); Entwicklungsgemeinschaft SADC; Handelsgemeinschaft COMESA; Afrika-Karibik-Pazifik-Staaten (AKP); Welthandelsorganisation (WTO); Internationaler Währungsfond (IMF) und Weltbank |
| Internationale Länderkategorien | LDC-Status (7 der 14 SADC-Staaten gelten nach UN-Bestimmungen als Least Developed Countries - "am wenigsten entwickelte Länder" - und bekommen besondere Mittelzuwendungen) |
| Währung | 1 Sambischer Kwacha (ZMK) = 100 Ngwee |
| Wechselkurs | 1 US$ = 3.848,65 ZMK (Januar 2002) |
Export / Importgüter |
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| - Wichtige Exportgüter | Kupfer (55%), Kobalt, Elektrizität, Tabak, Blumen, Baumwolle |
| - Wichtige Importgüter | Maschinen, Transportausrüstung, Petroleumprodukte, Elektrizität, Dünger, Nahrungsmittel, Textilien |
Wichtige Handelspartner |
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| - Export | Großbritannien (25,2 %), Südafrika (24,5%), Schweiz (9,4%), Malawi (7,5%) |
| - Import | Südafrika (67,1%), Großbritannien (9,8%), Simbabwe (7,5%), USA (5,9%) |
Infrastruktur |
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| - Eisenbahn | 2.157 km |
| - Straßen | 66.781 km |
| - Flugplätze | 111 Flughäfen (davon 11 mit befestigten Start- und Landebahnen) |
| - Häfen | Mpulungu (im Norden des Landes am Tanganyikasee) |
Weitere wirtschaftliche Indikatoren siehe Ländervergleich
Wirtschaft
Soziale Indikatoren siehe Ländervergleich Soziales
| Erste Besiedelung Sambias | |
| ca. 300.000 v. Chr. | Der homo habilis besiedelt Gebiete im Norden Sambias (neuere Funde weisen darauf hin). |
| ca. 50.000 v. Chr. | Die Bewohner wagen sich von den Flusstälern in die höher gelegenen Regionen und besiedeln dort vorwiegend Höhlen. Es entwickelt sich die Sangon-Kultur. |
| Spätes Steinzeitalter | San (Jäger und Sammler), später auch die Khoi (Viehzüchter), besiedeln das heutige Territorium von Sambia. Beide Gruppen sind vorwiegend Nomaden. So sind noch heute in ganz Sambia Felszeichnungen der San zu finden. |
Bantuwanderung |
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| ca. 2.000 v. Chr. | Die Vorfahren der Tonga erreichen das Land. |
| um Christi Geburt | Weitere Bantuvölker folgen und gelangen in das Gebiet. |
| ca. 600 n. Chr. | Mit der zweiten Welle der Bantuimmigration breitet sich die Viehzucht weiter aus. |
| ca. 900 n. Chr. | Der dritte Immigrationsstrom aus dem Kongobecken bringt keine Rinder, fügt sich jedoch schnell in das Gefüge der schon ansässigen Gruppen ein. Durch zahlreiche Eroberungen stellen sie schon fast 200 Jahre nach ihrer Ankunft die Mehrheit in Sambia. |
| 17. Jh. | Bantuvölker aus dem im Niedergang begriffenen Lunda-Luba-Reich ziehen aus dem Kongobecken Richtung Süden nach Sambia und verändern die politischen Strukturen der dort vorherrschenden chieftainships. So entstehen Königreiche wie das Reich Lozi, dass die Rozwi in Südwestsambia gründen. Die Khoisan werden in die unfruchtbaren Gebiete der Kalahari verdrängt. |
| Beginn des 19. Jh. | Bemba-Völker (u. a. Kaonde, Lala, Lamba, Lenje, Soli, Mambwe, Bisa, Lungu) breiten sich in der zentralen Hochebene um das heutige Lusaka bis an den Tanganyikasee aus. |
| ca. 1820 bis 1840 | Viele Völker flüchten vor der Militärmacht des Zulukönigs Shaka vom Süden des Kontinents in Richtung Norden. Unter Führung Zwangendabas überqueren die Ngoni aus dem Süden 1835 den Sambesi und annektieren weite Teile des Hochlandes vom heutigen Sambia. So hat die Epoche der Völkerverschiebungen, die als difaqane oder mfecane bezeichnet wird, auch große Auswirkungen auf Sambia. |
Europäische Landnahme |
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| 1514 | Eine portugiesische Expedition gelangt in das Sambesital. |
| 1795 | Zwei Portugiesen folgen dem Lauf des Sambesi und erreichen das Barotseland. |
| 1798 | Auf Wunsch des portugiesischen Gouverneurs von Mosambik startet eine Expedition, um eine Verbindung zwischen den beiden portugiesischen Kolonien Angola und Mosambik herzustellen, in das heutige Gebiet Sambias. Als der Gouverneur Lacerda auf der Reise stirbt, nimmt man von weiteren Expeditionen Abstand. |
| 1850 | Mit den arabischen Einwanderern aus dem Osten des Kontinents beginnt auch in Sambia das Zeitalter des Sklavenhandels. Von Westen stoßen portugiesische Sklavenjäger aus der Kolonie Angola vor, im Südosten rücken sie aus dem heutigen Mosambik ein. Die von den Lunda und Luba errichteten Straßen dienen nun dem Sklavenhandel. |
| 1851 | Dr. David Livingstone erreicht als erster Brite Sambia und verbringt viel Zeit mit den Kololo. |
| 1855 | David Livingstone gelangt als erster Europäer an die Viktoriafälle. |
| 1880 | Obwohl der Sklavenhandel an den Küsten Afrikas bereits aufgehoben ist, finden nun in Zentralafrika die schlimmsten Verwüstungen statt. |
| 1884 | Die Berichte Livingstones wecken das Interesse vieler Europäer, so dass nach seinem Tod die Forschungs- und Jagdreisen zum Sambesi zunehmen. Auch die Kirche entdeckt das Betätigungsfeld Zentralafrikas und errichtet ihre erste Missionsstation im Barotseland. |
| 1890 | König Lewanika von den Lozi stellt sich unter den Schutz der Rhodes-Gesellschaft, da er ein Vordringen der Ndebele aus dem heutigen Simbabwe fürchtet. Cecil Rhodes beabsichtigt, mit der Landnahme Sambias seine Vision einer Bahnverbindung vom Kap bis nach Kairo zu verwirklichen. |
| 1894 | Die Briten einigen sich mit den Belgiern über den nördlichen und östlichen Grenzverlauf zu Belgisch-Kongo. |
| 1904 | Die Grenze zur portugiesischen Kolonie Angola wird festgelegt. |
| 1911 | Die Territorien Sambias werden unter Verwaltung der British South Africa Company (BSAC) zum Protektorat Nordrhodesien vereinigt. |
Die Kolonialzeit |
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| Beginn 20. Jh. | Die Kolonialherren führen die Hüttensteuer ein, um die schwarze männliche Bevölkerung zur schlecht bezahlten Lohnarbeit zu zwingen und gleichzeitig die nötigen finanziellen Mittel zum Eisenbahnbau aufbringen zu können. |
| 1914 bis 1918 | Nordrhodesien wird Schauplatz des Ersten Weltkrieges, da sich der deutsche General von Lettow Vorbeck bis zur Kapitulation ungeschlagen im Nordosten der Kolonie aufhält. Die Briten rekrutieren zehntausende Afrikaner aus ihren Kolonien, um für die britische Krone zu kämpfen. |
| 1924 | Aufgrund des wachsenden Unmutes der europäischen Siedler gegenüber der BSAC geht Nordrhodesien in britische Kolonialverwaltung über und wird so zur Kronkolonie. |
| 1935 | Lusaka wird zur neuen Hauptstadt Nordrhodesiens ernannt. |
| 1935 bis 1940 | Erste Streikwellen der Bergwerksarbeiter, u. a. durch Steuererhöhungen im Jahr 1935 ausgelöst, brechen aus. |
| 1939 bis 1945 | Im Zweiten Weltkrieg kämpfen erneut zahlreiche Afrikaner an der Seite der Briten. Dies steigert den Unmut der schwarzen Bevölkerung und stärkt deren Selbstbewusstsein. |
Vom Widerstand zur Unabhängigkeit |
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| 1948 | Unter Harry Nkumbula wird der Northern Rhodesian Congress gegründet. Er eird 1951 in Northern Rhodesian African National Congress umbenannt. |
| 1953 | Gegen den Widerstand des Northern Rhodesian African National Congress werden Südrhodesien (Simbabwe), Nyassaland (Malawi) und Nordrhodesien zur Zentralafrikanischen Föderation zusammengeschlossen. |
| 1957 | Die United National Independence Party (UNIP) spaltet sich unter Führung des späteren Präsidenten Kenneth Kaunda von dem Northern Rhodesian African National Congress ab. Die Ziele der UNIP sind die Auflösung der Föderation und die Unabhängigkeit Sambias. |
| 1960 | Auf Grund von heftigen Ausschreitungen auf einem ungenehmigten Treffen der UNIP wird die Partei verboten und deren Führungselite verhaftet. |
| Oktober 1962 | Trotz einiger Zweifel nimmt Kaunda an den Wahlen teil und wird Vorsitzender der zweitstärksten Fraktion. Der Northern Rhodesian African National Congress und die UNIP bilden eine Koalition gegen die weißen Föderalisten. |
| Dezember 1963 | Die Zentralafrikanische Föderation wird aufgelöst, woraufhin sich Sambia jeglicher Bindungen an Südrhodesien entledigt. |
| Januar 1964 | Bei den Neuwahlen erringt die UNIP 40 der 75 offenen Mandate und geht somit als eindeutiger Sieger der Wahlen hervor. |
| 24. Oktober 1964 | Die Republik Sambia wird ausgerufen. Als deren erster Präsident wird Kenneth Kaunda ernannt. |
Unabhängigkeit - Die 1. Republik Sambia |
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| 1971 | Nachdem der Vizepräsident Simon Kapwepwe sein Amt niedergelegt hat, gründet er die United Progressive Party. Die Bemba, deren Ansprüche er vertritt, kämpfen für eine dominierende Stellung in der Regierung. Kaunda versucht gegen den Tribalismus in seiner Regierung vorzugehen. |
| 1972 | Kapwepwe wird verhaftet und seine Partei verboten. |
Die 2. Republik Sambia |
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| 1973 | Mit dem Verbot aller oppositioneller Parteien führt Kaunda das Einparteiensystem ein. Die harte Kursänderung Kaundas lässt von einer "Zweiten Republik Sambias" sprechen. |
| Oktober 1978 | Südrhodesien startet militärische Angriffe auf Sambia, die den Zusammenbruch der sambischen Infrastruktur und somit Hungersnöte zur Folge haben. Diese Situation entspannt sich erst mit der Unabhängigkeit Simbabwes im Jahr 1980. |
| 1990 | Die Bevölkerung verlangt Reformen. Sambia leidet unter einer Inflationsrate von bis zu 60 %, den enormen Auslandsschulden und der hohen Arbeitslosigkeit. |
| Oktober 1991 | Aus den ersten freien Wahlen seit 30 Jahren geht die Movement for Multiparty Democracy (MMD) unter dem Gewerkschaftsführer Frederic Chiluba als erdrutchartiger Sieger hervor. |
Die 3. Republik Sambia |
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| 1991 bis 1996 | Nach ihrem deutlichen Wahlsieg sind Staatspräsident Chiluba und die Regierungspartei MMD zunächst bestrebt, einen Schlussstrich unter die Vergangenheit zu ziehen und in einer "Dritten Republik" einen demokratischen und pluralistischen Rechtsstaat zu verwirklichen. |
| 1996 | Während des Wahlkampfes führt Chiluba eine umstrittene Verfassungsänderung ein: Die Eltern der Präsidentschaftskandidaten müssen sambischer Staatsangehörigkeit sein. Kaunda, Sohn eines Malawiers, scheidet somit aus dem Rennen und Chiluba geht erneut als Sieger aus der Wahl hervor. |
| August 1997 | Bei einem Attentat wird Kaunda durch mehrere Schüsse verletzt. |
| Oktober 1997 | Nach einem fehlgeschlagenen Putschversuch einiger Militärs wird der Ausnahmezustand ausgerufen, 90 Soldaten sowie Kaunda werden verhaftet. Das Verfahren gegen Kaunda ist mittlerweile eingestellt. Gegen die des Hochverrats angeklagten Soldaten liegen Todesurteile vor, die sich momentan in Berufung befinden. |
| März 1998 | Der Ausnahmezustand wird aufgehoben. |
| Dezember 2001 | Die sambische Verfassung erlaubt nur zwei Amtsperioden des Präsidenten. Der Versuch Chilubas, mit einer Verfassungsänderung eine dritte Amtsperiode durchzusetzen, scheitert am parteiinternen Widerstand. Chiluba lässt daraufhin die MMD Levy Mwanawasa als seinen Nachfolger und Präsidentschaftskandidaten aufstellen. Aus den Wahlen geht dieser als Gewinner hervor. |
| Januar 2002 | Levy Mwanawasa wird zum Staatspräsidenten vereidigt. |
| 2002/03 | Nach zwei Missernten leidet Sambia unter erheblicher Knappheit und somit
Verteuerung von Maismehl, dem Hauptnahrungsmittel der sambischen Bevölkerung. Präsident Mwanawasa geht so deutlich wie seit 40 Jahren nicht mehr gegen die Korruption im Lande vor. Kenneth Kaunda gilt als weiser Berater der Regierung und hat somit wieder an Einfluss auf dem Gebiet der Landespolitik gewonnen. |
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